Stadtrat gibt Innerem Lind Absage bei Fernwärme

Das Innere Lind wird in absehbarer Zeit nicht an einen städtischen Wärmeverbund angeschlossen. Das geht aus einem Brief an den BVIL hervor. Die Immobilieneigentümer sollen sich selbst um klimafreundliche Wärmelösungen kümmern, so der von Stadtpräsident Michael Künzle unterschriebene Brief.

Nun hat es das Quartier auch schriftlich: Das Innere Lind wird nicht an ein städtisches Fernwärmenetz angeschlossen werden. „Der Stadtrat bedauert es zutiefst, dass … auf absehbare Zeit leider keine städtische Wärmeverbundlösung im Inneren Lind zur Verfügung stehen wird und Sie damit gezwungen sein werden, mittels individueller, klimafreundlicher Wärmelösungen die fossil betriebenen Heizungen zu ersetzen“, heisst es in einem Brief, der von Stadtpräsident Michael Künzle und Stadtschreiber Ansgar Simon unterzeichnet worden ist. Der Brief ist auf den 31. Mai datiert und stellt eine Antwort auf eine Anfrage des Bewohnerinnen- und Bewohnervereins Inneres Lind (BVIL) an den Stadtrat vor einem Jahr dar.

Der Stadtrat begründet die Absage mit der zu geringen Energiedichte im Quartier. Diese verhindere, dass ein Fernwärmenetz eigenwirtschaftlich betrieben werden könne. Der Stadtrat sei verpflichtet, „die knappen finanziellen Ressourcen der Stadt dort einzusetzen, wo diese die grösste Klimawirkung erzielen“. Zu den Gebieten mit höherer Energiedichte gehörten etwa Töss, Sulzer Stadtmitte und die Altstadt. Entsprechend kommen diese eher zum Zug.

Die Kantonsschule wiederum, die inzwischen an das Fernwärmenetz angeschlossen worden ist, verdankt die Vorzugsbehandlung einem Zuschuss des Kantons. Dieser habe 2,5 Millionen Franken gezahlt, um seine Bildungseinrichtung anzuschliessen.

Swica wiederum nutzt für ihren neuen Hauptsitz Grundwasserwärme und habe ursprünglich Nachbargrundstücke anschliessen wollen. Probebohrungen hätten aber gezeigt, dass die Wärme nur für Swica selbst ausreicht.

Ein Trostpflaster bietet der Stadtrat: „Das Förderprogramm Energie Winterthur unterstützt beispielsweise Machbarkeitsstudien für Mikroverbunde, die aufzeigen, welche alternativen und klimafreundlichen Wärmelösungen für die Gebäude oder Gebäudegruppen im Inneren Lind (Grundwasserfassungen, Holzpellets etc.) zielführend sein könnten.“

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