Die Überbauung Brunnergut zwischen Lind- und Sulzbergstrasse soll aus dem Inventar Schützenswerter Bauten der Stadt Winterthur gestrichen werden. Damit wird der Weg zur Überprüfung der Schutzwürdigkeit frei.
Die Überbauung Brunnergut zwischen Lindstrasse und Sulzbergstrasse ist zwischen den Jahren 1954 und 1961 entstanden. Ihrem Bau waren heftige Kontroversen vorangegangen, wie aus der Beschreibung im Inventar (Seite 121ff) hervorgeht. Die einen sahen im Abriss der Villa Malabar einen Eingriff in das schöne alte Stadtbild, die anderen in der neuen Überbauung einen Einstieg in die Moderne und eine Demokratisierung des Wohnens in der Industriestadt Winterthur.
Mit der Aufnahme der Überbauung des Architekten Hans Steiner in das Inventar Schützenswerter Bauten sollte die Gesamtanlage samt Tiefgarage erhalten bleiben. «Die Wohnüberbauung «Brunnergut» besitzt … einerseits einen sozialgeschichtlichen Wert als baulicher Ausdruck des Anbrechens einer neuen Zeit und markiert in Winterthur eine Trendwende weg von der Einfamilienhaus- und hin zur Mehrfamilienhaussiedlung, die sich bis dahin noch kaum durchgesetzt hatte, deren Bestand sich aber ab den späten 1950er Jahren rasant vergrössern sollte», heisst es in der Beschreibung.
Gemäss einer Amtlichen Publikation der Baudirektion soll die Überbauung nun aus dem Inventar gestrichen werden. Inventar-Entlassungen erfolgen in der Regel, wenn aufgrund eines neuen Bauvorhabens die Schutzwürdigkeit der Bauten genau geklärt werden muss. Wir sind gespannt, was da auf das Innere Lind zukommen wird.